[Bitte summend mitsingen:] Einigkeit und Recht und Freiheit für ….

.den grünen Parteiverstand?!

Jamaika wurde abgewürgt. Und die Schauinszenierungen einschließlich royaler Balkonbilder sorgten zumindest bei mir tatsächlich für Würgereize. Doch nicht bei CSU oder GRÜNEN muss ich mich bedanken weiterhin Mitglied bei den GRÜNEN zu sein, sondern bei der FDP. Das schmerzt (mich)! Genauso wie das medial ausgelebte „Stockholm-Syndrom“ einer öffentlichen Verbrüderung und Verschwisterung nicht nur durch Cem und KGE, sondern auch durch Claudia Roth; Kretsch mediale Beschwerde einige Tage zuvor war da fast schon ein Lichtblick….Gegen diese selbstapostrophierte Einigkeit, auf die wir GRÜNE nun so stolz sind, ist nun auch prinzipiell nicht zu wettern, aber diese Einigkeit wurde mittels einer a priori getilgten Vermögenssteuer, vorpreschenden „Kohlekompromissen“, „Patriotismus“ (Cem) und „CSU-atmenden Rahmen“, erkauft.

Flüchtlingskonventionen und Asyl-Recht, wurden beinahe auf dem Opferaltar einer über die schmerzen-gehenden Verhandlungsdelegation geopfert. Bei Kretsch hatte ich das erwartet, aber bei Simone, Claudia, Toni, Jürgen und Agnieszka? Schade, sehr schade, ist es nun, dass dieses sehr zweifelhafte Kompromisspaket nicht im Rahmen einer Mitgliederbefragung auf dem Prüfstand gestellt wird. Ich zumindest hätte dann gewusst, ob diese Partei noch meine Partei wäre (dabei ahne ich Schlimmes).

Wahlkampf, Kanzlerduelle, Elefantenrunden und episch-lange Sondierungsdiskussionen haben sich jedoch -das Letztere zumindest medial- nicht mit wirklich brennenden Themen auseinandergesetzt. Keine Missverständnisse: Ich bin GRÜNER, so dass zum Beispiel Energiepolitik für mich ein lebensentscheidendes Thema ist, Flüchtlings-und Asylfragen ohnehin (ich bin damals wegen des Asylkompromiss 1992 aus der SPD ausgetreten), aber warum werden nicht soziale Themen zum Beispiel der Einstieg ins BGE oder wenigstens die Bürgerversicherung, oder (Bernd Kraft) metaphorisch knienden: einen vernünftigen Mindestlohn bittend, ins Zentrum der politischen Diskussion gesetzt? Fehlanzeige! Nichts! Hatten sie nicht alle am Wahlabend und kurz danach versprochen die 13 % der AfD verstanden zu haben? Wurde aus dem Arbeitsspeicher aller schwarzer, gelber, roter und grüner Politiker die Analysen der Wahlforscher gelöscht, in denen die AfD in Wahlkreisen mit hoher Arbeitslosigkeit und/oder sogenannter „kleinbürgerlichen Arbeiter – und Angestelltenmilieus“, die SPD als „sozial“-demokratische Kraft abgelöst haben? Hhm?

  • USA? Trump!
  • Frankreich? Die Sozialistische Partei ist ein Trümmerhaufen und eine noch gestern nicht existierende Partei sitzt nun im Elysées! Griechenland dito (natürlich nicht an der Champs-Elysée)!
  • Österreich? Eine SPÖ, bei der bestenfalls noch das „Ö“ stimmt!
  • Großbritannien? BREXIT und ein alter Sozialist, Corbyn, der junge (!) Menschen in seinem Land animiert (von Sanders in den USA ganz zu Schweigen).

Woran das wohl liegt? Doch nicht unmittelbar an Themen wie einer schlechten Bildungspolitik oder (verbal) unterirdischer Digitalisierung, so sehr diese Aspekte wichtige Subthemen darstellen!

Nur wenn die GRÜNEN ihre Augen öffnen, sich wieder mutig präsentieren, und die Freiheit besitzen und einfordern, nur wenn sie über den Berliner Parlamentstellerrand schauen und dem grassierenden Neoliberalismus offen und demonstrativ die Stirn bieten, werden wir – wie vor 40 Jahren – uns an die Spitze einer (aus vielen jungen Menschen bestehenden) Bewegung setzen, die soziale Gerechtigkeit nicht nur in ihrem Land, sondern weltweit einfordert und damit tatsächlich Parteien wie der AFD den Nährboden entziehen! Zusammen mit ökologischen Forderung und dem Kampf um Menschenrechte, würden wir wirklich eine Volkspartei werden.

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