Lieber Robert Zion,

mit großem Vergnügen habe ich Euer gemeinsames Buch gelesen: Macht Fragen!(Robert Zion im Gespräch mit Pascal Beucker).

Es kommt nur selten vor, dass ich ein Buch oder Artikel lese, nur um danach gleich wieder von vorne anzufangen. Ich, als sogenannter linker Grüne aus Hessen (ja, so was gibt es: https://hessen.gruene-linke.de) habe es genossen, ja einmal gar schallend lachen müssen. Natürlich habe ich es auch mit Wehmut gelesen, wegen Deines Abschieds von unserer Partei. Aber ohne Deinen Austritt, würde wohl das beschriebene Buch nicht existieren.

Deine Analyse des IST-Zustandes ist treffend, nur Deine Aussagen einer besseren Gestaltung der Zukunft sind in meinen Augen etwas spärlich. Deine Vorschläge

  • (a) für ein europäisches Deutschland,

  • (b) die Bewunderung für Sanders in den USA,

  • (c) die GRÜNEN stärker für Bewegungen zu öffnen und

  • (d) die Nord-Süd Frage wieder zu stellen, teile ich zwar, sind aber summa summarum am Ende doch etwas karg.

Ich kann und will in diesem Blog nicht alles Zutreffende in diesem Buch besprechen. Auf diese Aspekte will ich mich beschränken:

  1. Wann haben die GRÜNEN das letzte Mal ein Thema besetzt? Beim Atomausstieg“. Ich war zwar kurz irritiert, aber am Ende stimmt das wohl wirklich. Und daran verzweifeln wir. Sicher würden jetzt unsere Realos bzw. Parteipromis zürnen und von Biolandwirtschaft, etc. schwafeln, aber richtig besetzt? Wir Hessen würden sagen „Werklich net“! Besonders nicht in der Sozial – und Wirtschaftspolitik. Ich persönlich finde es in diesem Zusammenhang schade dass das Thema BGE eher halbherzig behandelt wird und der Themenkomplex Bürgerversicherung komplett vernachlässigt wird.

  2. Der andere Aspekt resultiert aus der gestellten Frage oben: „Die GRÜNEN sind ursprünglich angetreten, um diese Republik in einem emanzipatorischen Sinne zu verändern.[…] Sie haben verlernt die Machtfrage zu stellen – und haben sich darin eingerichtet .Ihnen geht es nur noch darum am Verwalten des Bestehenden beteiligt zu sein.“ Im metaphorischen Sinne: Standing ovations für Robert Zion von Bernd Kraft!

Zum Schluss der Grund für mein schallendes Lachen: „Wenn Du mal richtig unpolitische Texte lesen willst, dann lese mal Parteitagsanträge der hessischen Grünen. […] Das war so Banane und unpolitisch: ‚Wir holen das Beste aus den anderen Parteien raus‘. Hör mal, dafür würde ich noch nicht mal eine Werbeagentur bezahlen“.

Lieber Robert, lieber Pascal, solltet Ihr mal in Frankfurt sein, würde wir, die linken Grünen in Hessen, uns sehr gerne mit Euch unterhalten!

Beste Grüße nach Schalke und zur Hertha:

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